Avodah Zarah 25

Kapitel 25

א אבל מהנה שרי ורבי יוחנן אמר אפילו מעוטרות בפירות נמי אסור ק"ו נהנה אסור מהנה לא כ"ש
1 nur einen Genuß haben ist verboten, einen Genuß gewähren ist jedoch erlaubt. R. Joḥanan aber sagte, selbst wenn sie mit Früchten bekränzt sind, ist es verboten. Es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn einen Genuß haben verboten ist, um wieviel mehr einen Genuß gewähren.
ב מיתיבי רבי נתן אומר יום שעבודת כוכבים מנחת בו את המכס מכריזין ואומרים כל מי שנוטל עטרה ויניח בראשו ובראש חמורו לכבוד עבודת כוכבים יניח לו את המכס ואם לאו אל יניח לו את המכס
2 Man wandte ein: R. Nathan sagte: An einem Götzen-Feiertage, an dem der Zoll erlassen wird, wird bekannt gemacht: wer zu Ehren des Götzen einen Kranz auf seinen Kopf und auf den Kopf seines Esels setzt, dem wird der Zoll erlassen, und wer dies nicht tut, dem wird der Zoll nicht erlassen;
ג יהודי שנמצא שם מה יעשה יניח נמצא נהנה לא יניח נמצא מהנה
3 was soll nun ein Jude tun, der sich da befindet: setzt er auf, so hat er einen Nutzen, setzt er nicht auf, so gewährt er einen Nutzen?
ד מכאן אמרו הנושא ונותן בשוק של עבודת כוכבים בהמה תיעקר פירות כסות וכלים ירקבו מעות וכלי מתכות יוליכם לים המלח ואיזהו עיקור המנשר פרסותיה מן הארכובה ולמטה
4 Darum sagten sie, wenn jemand auf der Messe eines Götzenfesttages Geschäfte gemacht hat: ein Vieh sei zu lähmen, Früchte, Gewänder oder Geräte lasse man verfaulen, Geld und Metallgeräte werfe man ins Salzmeer. Wie erfolgt das Lähmen? Man löse die Hufe unterhalb des Schenkels ab.
ה קתני מיהת יניח נמצא נהנה לא יניח נמצא מהנה
5 Hier heißt es also: setzt er auf, so hat er einen Nutzen, setzt er nicht auf, so gewährt er einen Nutzen!?
ו אמר רב משרשיא בריה דרב אידי קסבר רשב"ל פליגי רבנן עליה דרבי נתן ואנא דאמרי כרבנן דפליגי עליה ור' יוחנן סבר לא פליגי
6 R. Mešaršeja, Sohn des R. Idi, erwiderte: R. Šimo͑n b. Laqiš ist der Ansicht, daß die Rabbanan gegen R. Nathan streiten, und er ist der Ansicht der Rabbanan, die gegen ihn streiten. R. Joḥanan aber ist der Ansicht, sie streiten nicht. —
ז ולא פליגי והא תניא הולכין ליריד של עובדי כוכבים ולוקחין מהם בהמה עבדים ושפחות בתים ושדות וכרמים וכותב ומעלה בערכאות שלהן מפני שהוא כמציל מידם
7 Streiten sie denn nicht, es wird ja gelehrt: Man darf zur Messe der Nichtjuden gehen und Vieh, Sklaven, Mägde, Häuser, Felder und Weinberge ankaufen, dies schriftlich bescheinigen lassen und [das Schriftstück] aufs Amt bringen, weil dies ebenso ist, als rette man es aus ihrer Hand.
ח ואם היה כהן מטמא בחוצה לארץ לדון ולערער עמהם וכשם שמטמא בחוצה לארץ כך מטמא בבית הקברות
8 Ist er Priester, so darf er sich in nichtjisraélitischen Ländern verunreinigen, um mit ihnen Prozesse und Streitigkeiten zu führen. Und wie er sich durch nichtjisraélitischen Boden verunreinigen darf, so darf er es auch auf einem Begräbnisplatze. —
ט בבית הקברות סלקא דעתך טומאה דאורייתא היא אלא בית הפרס דרבנן
9 Auf einem Begräbnisplatze, wie kommst du darauf, dies ist ja eine Unreinheit nach der Tora!? — Sage vielmehr, auf einem Gräberpflug, der nur rabbanitisch [unrein] ist.
י ומטמא ללמוד תורה ולישא אשה א"ר יהודה אימתי בזמן שאין מוצא ללמוד אבל בזמן שמוצא ללמוד אינו מטמא
10 Ferner darf er sich da verunreinigen, um die Tora zu lernen und um eine Frau zu nehmen. R. Jehuda sagt, nur dann, wenn er sie [daheim] nicht lernen kann, wenn er sie aber [daheim] lernen kann, darf er sich nicht verunreinigen.
יא רבי יוסי אומר אפילו בזמן שמוצא ללמוד יטמא לפי שאין אדם זוכה ללמוד מכל
11 R. Jose sagt, auch wenn er sie [daheim] lernen kann, dürfe er sich verunreinigen, weil es einem Menschen nicht beschieden ist, von jedem zu lernen.
יב א"ר יוסי מעשה ביוסף הכהן שהלך אחר רבו לצידן ללמוד תורה ואמר רבי יוחנן הלכה כרבי יוסי
12 R. Jose erzählte: Einst folgte der Priester Joseph seinem Lehrer nach Çajdan, um die Tora zu lernen. Hierzu sagte R. Joḥanan, die Halakha sei wie R. Jose.
יג אלמא פליגי אמר לך רבי יוחנן לעולם לא פליגי
13 Demnach streiten sie ja!? — R. Joḥanan kann dir erwidern: tatsächlich streiten sie nicht,
יד ולא קשיא כאן בלוקח מן התגר דשקלי מיכסא מיניה כאן בלוקח מבעל הבית דלא שקלי מיכסא מיניה
14 dennoch ist hier nichts einzuwenden, denn eines gilt von dem Falle, wenn man von einem Kaufmann kauft, man ihm also Zoll abnimmt, und eines von dem Falle, wenn man von einem Privatmann kauft, man ihm also keinen Zoll abnimmt.
טו אמר מר בהמה תיעקר והא איכא צער בעלי חיים אמר אביי אמר רחמנא (יהושע יא, ו) את סוסיהם תעקר
15 Der Meister sagte: ein Vieh ist zu lähmen. Dies ist ja Quälerei eines lebenden Wesens!? Abajje erwiderte: Der Allbarmherzige sagt: <i>ihre Pferde sollst du lähmen</i>.
טז אמר מר ואיזוהי עיקור מנשר פרסותיה מן הארכובה ולמטה ורמינהי אין מקדישין ואין מחרימין ואין מעריכין בזה"ז ואם הקדיש והחרים והעריך בהמה תיעקר פירות כסות וכלים
16 «Wie erfolgt das Lähmen? Man löse die Hufe unterhalb des Schenkels ab.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf in der Jetztzeit weder etwas weihen, noch etwas mit einem Banne belegen, noch den Schätzungswert geloben; hat man geweiht, gebannt oder den Schätzungswert gelobt, so muß man, wenn es ein Tier ist, es lähmen, wenn es Früchte, Gewänder oder Geräte sind,